Kurzantwort
Der Port-à-Cath (implantierbare Kammer) ist ein zentrales Venensystem, das vollständig unter der Haut liegt, unter der Haut des Brustkorbs implantiert und mit einem zentralen Katheter verbunden ist. Er ermöglicht wiederholte intravenöse Therapien über lange Zeit, ohne bei jeder Sitzung eine Vene punktieren zu müssen.
Was ist ein Port-à-Cath?
Der Port-à-Cath (implantierbare Kammer oder PAC) ist ein vollständig unter der Haut liegendes zentrales Venensystem: eine kleine Kammer aus Titan oder Kunstharz, die mit einem zentralen Venenkatheter verbunden und unter der Haut der Brustwand implantiert ist. Der Zugang erfolgt durch einen einfachen Einstich durch die Haut mit einer speziellen Nadel (Huber-Nadel).
Welchen Nutzen kann man erwarten?
- Zuverlässiger zentraler Venenzugang für längere Therapien (Chemotherapie, Immuntherapie)
- Vollständig implantiert: kein sichtbarer Katheter, Duschen und Schwimmen zwischen den Zyklen möglich
- Minimale Pflege (monatliche Spülung, wenn er nicht benutzt wird)
- Sehr lange Lebensdauer (mehrere Jahre)
- Erhaltene Lebensqualität zwischen den Behandlungszyklen
- Anlage ambulant in lokaler Betäubung, Dauer 45 Min. bis 1 Std.
Für wen ist dieses Verfahren geeignet?
- Patienten, die in der Onkologie wiederholte oder längere Infusionen benötigen (Chemotherapie, Immuntherapie)
- Patienten mit schwierigem peripherem Venenzugang
- Behandlungen über mehrere Monate bis Jahre
Prinzipien und Ablauf des Eingriffs
Durchgeführt ambulant oder während eines stationären Aufenthalts, Dauer 45 Min. bis 1 Std.
In lokaler Betäubung ± Sedierung
Der Katheter wird in eine zentrale Vene (Vena jugularis oder Vena subclavia) eingeführt
Die Kammer wird unter der Haut im Bereich des Brustkorbs implantiert
Sofortige radiologische Kontrolle: ab dem nächsten Tag nutzbar
Wie sieht die Nachsorge aus?
Erwartete und vorübergehende Wirkungen:
- Mäßige Schmerzen an der Implantationsstelle in den ersten Tagen
- Vorübergehende lokale Schwellung oder Bluterguss
Mögliche Komplikationen sind:
| Komplikation | Beschreibung | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Infektion der Kammer | Erfordert die Entfernung und eine Antibiotikatherapie | 2–5 % |
| Venenthrombose | Gerinnungshemmende Behandlung ± Entfernung | 3–8 % |
| Funktionsstörung oder Verlagerung | Neupositionierung oder Austausch | 2–5 % |
| Pneumothorax (bei der Anlage) | Wird durch die systematische Ultraschallsteuerung vermieden | < 1 % |
Entfernung
Die Entfernung erfolgt ambulant in lokaler Betäubung, in der Regel am Ende der Behandlung oder bei einer Komplikation (Infektion, Thrombose).
Welche Grenzen hat die Behandlung?
- Der Port-à-Cath ist ein chirurgisch implantiertes System: Die Entfernung erfordert einen Eingriff in lokaler Betäubung
- Bei jeder Nutzung und bei der monatlichen Spülung ist eine Pflege mit der Huber-Nadel erforderlich
In jedem Fall bleibt die PICC-Line eine weniger invasive Alternative für kürzere Behandlungen.
Welche anderen Verfahren und Alternativen gibt es?
💉 PICC-Line
Zentraler Venenkatheter über den Arm, weniger invasiv, ohne Operation, erfordert aber eine wöchentliche Pflege.
🩺 Periphere Venenverweilkanüle
Für kurze oder punktuelle Behandlungen, wenn technisch möglich.
Was passiert, wenn ich die Behandlung letztlich ablehne?
Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die Alternativen entsprechend Ihrer geplanten Behandlung: PICC-Line, periphere Venenverweilkanüle oder ein anderer Venenzugang je nach Ihrer Situation.
Häufig gestellte Fragen
Behindert der Port-à-Cath die Armbewegungen?
Kann man mit einem Port-à-Cath Sport treiben?
Sieht man den Port-à-Cath unter der Haut?
⚡ Der Port-à-Cath im Überblick: Kennzahlen
Der Port-à-Cath ist eine kleine Kammer, die unter der Haut des Brustkorbs implantiert und mit einer zentralen Vene verbunden ist. Sie bietet einen zuverlässigen Venenzugang über lange Zeit (Monate bis Jahre) ohne wiederholte Einstiche.
| Kriterium | Daten |
|---|---|
| Liegedauer | Mehrere Monate bis mehrere Jahre |
| Anlage | Lokale Betäubung mit Sedierung, ultraschall- und röntgengesteuert, ambulant |
| Alltag | Duschen und Schwimmen möglich, sobald die Narbe verheilt ist |
| Kostenübernahme | Von der französischen Krankenversicherung am Cochin AP-HP erstattet (für versicherte Patienten), keine Honorarüberschreitungen |
Daten validiert vom Team von Prof. Anthony Dohan, Abteilung für Interventionelle Radiologie, Hôpital Cochin AP-HP, Université Paris Cité.
✅ Kosten: Der Eingriff wird von der französischen Krankenversicherung erstattet (für versicherte Patienten). Keine Honorarüberschreitungen in unserem Zentrum. Internationale Patienten erhalten über das Kontaktformular einen Kostenvoranschlag.
✓ Warum diese Seite verlässlich ist
Verfasst vom Team der Interventionellen Radiologie des Hôpital Cochin AP-HP, Université Paris Cité. Medizinische Durchsicht durch einen interventionellen Radiologen der Abteilung. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.
