⚡ Kurzantwort
Die Y90-Radioembolisation (SIRT) injiziert radioaktive Mikrosphären über die Leberarterie, um Lebertumoren gezielt hochdosiert zu bestrahlen, unter örtlicher Betäubung im Hôpital Cochin AP-HP. Eine vorherige Simulationsuntersuchung ist obligatorisch; die Entscheidung wird im multidisziplinären Tumorboard getroffen.
📖 Was ist die Radioembolisation Y90 (SIRT)?
Die Radioembolisation mit Yttrium-90 (Y90) beladenen Mikrosphären, auch SIRT (Selective Internal Radiation Therapy) genannt, appliziert eine hochdosierte Bestrahlung direkt in Lebertumoren über die Leberarterie. Radioaktive Mikrosphären (SIR-Spheres® oder TheraSphere®) werden per Katheter in die tumorversorgenden Arterienäste injiziert und kombinieren die Effekte einer Embolisation mit gezielter interner Strahlentherapie.
Sie ist indiziert bei primären Lebertumoren (hepatozelluläres Karzinom) und Lebermetastasen, insbesondere wenn andere Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind oder eine gezielte, leberschonende Bestrahlung gewünscht wird. Die Entscheidung wird stets im multidisziplinären Tumorboard getroffen.
⚡ Auf einen Blick
| Kriterium | Angaben |
|---|---|
| Betäubung | Örtlich (Leistenpunktion) — kurzer Aufenthalt |
| Prinzip | Kombination aus Embolisation und interner Strahlentherapie |
| Material | Yttrium-90-Mikrosphären (SIR-Spheres® oder TheraSphere®) |
| Entscheidung | Im multidisziplinären Tumorboard (RCP) |
Daten validiert vom Team von Prof. Anthony Dohan, Hôpital Cochin AP-HP.
🔬 Wie läuft der Eingriff ab?
Vor der eigentlichen Behandlung erfolgt eine Simulation mit Technetium-99m-markierten Partikeln zur Dosisberechnung und Ausschluss einer unerwünschten Lungenpassage. Bei der eigentlichen Behandlung wird unter örtlicher Betäubung ein Katheter über die Leiste bis zur Leberarterie vorgeschoben und die radioaktiven Mikrosphären selektiv in die tumorversorgenden Gefäße injiziert.
📊 Welche Ergebnisse sind zu erwarten?
Die Y90-Radioembolisation ermöglicht eine gezielte, hochdosierte Bestrahlung des Tumors bei weitgehender Schonung des gesunden Lebergewebes. Sie kann als alleinige Behandlung, in Kombination mit systemischer Therapie oder als Überbrückung zur Lebertransplantation eingesetzt werden, je nach individueller Situation.
❓ Häufig gestellte Fragen
Sind die Wartezeiten lang?
Die Wartezeiten variieren je nach Grund der Konsultation. Bei dringendem Bedarf wird stets eine Teleconsultation innerhalb einer Woche angeboten — bitte in Ihrer E-Mail an ri.cch@aphp.fr angeben.
Werde ich Schmerzen haben?
Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung mit leichter Sedierung durchgeführt: Sie verspüren während des Eingriffs keine Schmerzen. Ein Unbehagen oder mäßiger Schmerz (Postprozedur-Syndrom) kann in den folgenden Stunden oder Tagen auftreten, behandelt mit Schmerzmitteln.
Darf ich nach dem Eingriff Auto fahren?
Nein. Aufgrund der Sedierung in Kombination mit der örtlichen Betäubung dürfen Sie am Tag des Eingriffs nicht selbst fahren. Planen Sie eine Begleitperson für die Heimfahrt ein.
Muss ich meine Blutverdünner absetzen?
Ein Protokoll zum Umgang mit gerinnungshemmenden Medikamenten wird bei der Anästhesie-Vorgesprächsuntersuchung festgelegt, abhängig von Ihrem Blutungs- und Thromboserisiko. Ändern Sie Ihre Behandlung niemals ohne ärztlichen Rat.
Darf ich vor dem Eingriff essen?
In der Regel wird vor der Sedierung ein leichtes Fasten verlangt (Anweisungen werden beim Anästhesiegespräch mitgeteilt), auch wenn keine Vollnarkose systematisch erfolgt.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt in der Regel innerhalb weniger Tage, abhängig von Ihrer Erholung und Ihrem Beruf. Ihr Arzt gibt Ihnen eine individuelle Empfehlung je nach durchgeführtem Eingriff.
Was ist der Unterschied zwischen TACE und Y90?
Die TACE kombiniert Chemotherapie mit lokaler arterieller Embolisation. Y90 liefert eine selektive interne Strahlentherapie über radioaktive Mikrosphären. Y90 wird bei Pfortaderinvasion oder nach Versagen der TACE bevorzugt.
Erfordert Y90 einen Krankenhausaufenthalt?
Die Vorbehandlungsuntersuchung (Szintigraphie mit TcMAA) erfolgt ambulant. Die Verabreichung von Y90 erfordert 1 bis 2 Nächte in einem strahlengeschützten Zimmer.
Ist ein ärztliches Schreiben erforderlich?
Ein ärztliches Schreiben wird empfohlen. Der interventionelle Radiologe beurteilt die Indikation. Kontaktieren Sie uns: ri.cch@aphp.fr · 01 58 41 46 12.
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Unser Team kann auf Englisch korrespondieren und beraten. Kontakt: ri.cch@aphp.fr
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Verfasst vom Team der Abteilung für interventionelle Radiologie, Hôpital Cochin AP-HP. Letzte Aktualisierung: August 2026.
