⚡ Kurzantwort
Die Pfortaderembolisation verschließt selektiv die Pfortaderäste auf der Tumorseite, um den zukünftigen Restleberanteil vor einer großen Leberresektion zu vergrößern, unter örtlicher Betäubung im Hôpital Cochin AP-HP. Sie wird 4-6 Wochen vor der Operation durchgeführt, die Entscheidung erfolgt im multidisziplinären Tumorboard.
📖 Was ist die Pfortaderembolisation?
Die Pfortaderembolisation ist eine interventionell-radiologische Technik, bei der die Pfortaderäste auf der Seite des Lebertumors selektiv verschlossen werden. Dies führt zu einer kompensatorischen Hypertrophie des zukünftigen Restleberanteils (FLR, Future Liver Remnant) als Vorbereitung auf eine große Leberresektion.
Sie wird 4 bis 6 Wochen vor der Operation durchgeführt, um das funktionelle Volumen der verbleibenden Leber zu vergrößern. Sie ist indiziert, wenn der zukünftige Restleberanteil unzureichend ist, um nach der Resektion eine ausreichende Leberfunktion zu gewährleisten (in der Regel unter 25-30 % bei gesunder Leber, höher bei vorgeschädigter Leber).
⚡ Auf einen Blick
| Kriterium | Angaben |
|---|---|
| Betäubung | Örtlich — kurzer Aufenthalt |
| Zeitpunkt | 4 bis 6 Wochen vor der Leberresektion |
| Ziel | Hypertrophie des zukünftigen Restleberanteils (FLR) |
| Entscheidung | Im multidisziplinären Tumorboard (RCP Leber) |
Daten validiert vom Team von Prof. Anthony Dohan, Hôpital Cochin AP-HP.
🔬 Wie läuft der Eingriff ab?
Unter örtlicher Betäubung wird ein Katheter perkutan bis in die Pfortader vorgeschoben. Die Pfortaderäste, die den zu resezierenden Leberanteil versorgen, werden selektiv mit Partikeln oder Coils verschlossen. Dies leitet den Blutfluss auf den zukünftigen Restleberanteil um und regt dessen kompensatorisches Wachstum an.
📊 Welche Ergebnisse sind zu erwarten?
In den meisten Fällen ermöglicht die Pfortaderembolisation eine ausreichende Volumenzunahme des Restleberanteils innerhalb von 4 bis 6 Wochen, wodurch eine sichere Leberresektion möglich wird. Eine Kontroll-Bildgebung bewertet die erzielte Hypertrophie vor der geplanten Operation.
❓ Häufig gestellte Fragen
Sind die Wartezeiten lang?
Die Wartezeiten variieren je nach Grund der Konsultation. Bei dringendem Bedarf wird stets eine Teleconsultation innerhalb einer Woche angeboten — bitte in Ihrer E-Mail an ri.cch@aphp.fr angeben.
Kann eine Pfortaderembolisation durchgeführt werden, wenn der Tumor während der Wartezeit fortschreitet?
Das Tumorwachstum während der Wartezeit ist ein reales Risiko, besonders bei kolorektalen Metastasen. Deshalb wird die PVE oft in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie durchgeführt, die während der Hypertrophiephase fortgesetzt wird. Eine CT-Neubewertung nach 4-6 Wochen ermöglicht die gleichzeitige Überprüfung der FLR-Hypertrophie und der Tumorkontrolle.
Was ist der Unterschied zwischen PVE und ALPPS?
ALPPS (Associating Liver Partition and Portal vein ligation for Staged hepatectomy) ist eine zweizeitige chirurgische Technik, die Pfortaderligatur und partielle Lebertransektion kombiniert. Sie führt zu schnellerer Hypertrophie (7 bis 10 Tage), ist aber invasiver und mit höherer Morbidität verbunden. Die perkutane PVE wird als Erstlinientherapie bevorzugt, da sie weniger invasiv ist; ALPPS bleibt Fällen vorbehalten, in denen die PVE unzureichend oder kontraindiziert ist.
Ist die Pfortaderembolisation schmerzhaft?
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung mit Schmerz- und Beruhigungsmittel-Prämedikation. In den unmittelbaren Folgen ist ein Postembolisationssyndrom (mäßiges Fieber, rechtsseitige Oberbauchschmerzen, Übelkeit) für 24 bis 72 Std. häufig und wird medikamentös behandelt. Der Schmerz ist in der großen Mehrheit der Fälle gut kontrollierbar.
Wird die PVE von der Krankenversicherung übernommen?
Ja. Die präoperative Pfortaderembolisation wird von der französischen Krankenversicherung im Hôpital Cochin AP-HP übernommen, ohne jegliche Zusatzkosten.
Werde ich Schmerzen haben?
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung: Sie verspüren während des Eingriffs keinen Schmerz, höchstens einen leichten Druck. Ein mäßiges Unbehagen kann einige Tage anhalten, gelindert durch einfache Schmerzmittel.
Darf ich nach dem Eingriff Auto fahren?
Ja, in der Regel. Da der Eingriff nur unter örtlicher Betäubung ohne Sedierung erfolgt, können Sie selbst nach Hause fahren, wenn Sie sich gut fühlen. Bei Zweifeln planen Sie eine Begleitperson ein.
Muss ich meine Blutverdünner absetzen?
Das hängt von Ihrer Situation und dem geplanten Eingriff ab: Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Radiologen bei der Konsultation. Ein vorübergehendes Absetzen oder ein Wechsel kann je nach Blutungs- und Thromboserisiko erforderlich sein.
Darf ich vor dem Eingriff essen?
Für einen Eingriff nur unter örtlicher Betäubung ist in der Regel kein striktes Fasten erforderlich. Befolgen Sie dennoch die genauen Anweisungen, die Ihnen bei der Konsultation gegeben werden, da diese je nach Eingriff variieren können.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Die meisten Patienten nehmen ihre gewohnten Aktivitäten innerhalb weniger Tage wieder auf. Die genaue Dauer hängt vom durchgeführten Eingriff und Ihrem Beruf ab — Ihr Arzt gibt Ihnen eine individuelle Einschätzung bei der Konsultation.
Was ist die präoperative Pfortaderembolisation?
Die präoperative Pfortaderembolisation (PVE) ist eine Technik der interventionellen Radiologie, bei der der rechte (oder linke) Pfortaderast perkutan verschlossen wird. Ohne portale Versorgung atrophiert der zu resezierende Lappen, während die verbleibende Leber (zukünftige Restleber, FLR) sich schrittweise hypertrophiert, was eine sichere chirurgische Resektion ermöglicht.
Wann ist die Pfortaderembolisation indiziert?
Die PVE ist indiziert, wenn das Volumen der zukünftigen Restleber (FLR) unzureichend ist, um nach Resektion eine adäquate Leberfunktion zu gewährleisten, in der Regel wenn der FLR weniger als 25-30% des gesamten Lebervolumens ausmacht (oder weniger als 40% bei Patienten mit Leberzirrhose oder nach hepatotoxischer Chemotherapie).
Wie lange muss man zwischen Pfortaderembolisation und Operation warten?
Die Hypertrophie der zukünftigen Restleber wird 4 bis 6 Wochen nach der Pfortaderembolisation durch volumetrisches CT beurteilt. Die Operation erfolgt, wenn das FLR-Volumen als ausreichend erachtet wird, in der Regel 4 bis 8 Wochen nach dem Eingriff.
✅ Von der französischen Krankenversicherung übernommen · Keine Zusatzkosten · Hôpital Cochin AP-HP
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Unser Team kann auf Englisch korrespondieren und beraten. Kontakt: ri.cch@aphp.fr
✓ Warum diese Seite vertrauenswürdig ist
Verfasst vom Team der Abteilung für interventionelle Radiologie, Hôpital Cochin AP-HP. Letzte Aktualisierung: August 2026.
